Ein Onlineshop für Schreibwaren hatte seine Kategorien so aufgebaut, wie es das interne Team für sinnvoll hielt: nach Produkttyp, Marke, Papierformat. Die Logik dahinter war nachvollziehbar. Nur die Nutzer teilten sie nicht.
Das Problem mit internen Kategorien
Recherchen zeigten, dass Nutzer nach Anwendungsfall suchten, nicht nach Produkttyp. Jemand, der ein Notizbuch zum Skizzieren kaufen wollte, suchte unter Zeichenzubehör, nicht unter Notizbücher. Wer Stifte für die Schule brauchte, klickte sich durch Marken, obwohl er die Marken gar nicht kannte.
Das Team hatte seine eigene Fachsprache in die Navigation übertragen. Nutzer brachten eine andere Sprache mit.
Der Weg zur Lösung
Ein sogenannter Card-Sorting-Test half dabei, die tatsächliche mentale Struktur der Nutzer sichtbar zu machen. Dabei ordnen Testteilnehmer Begriffe und Kategorien nach eigenem Ermessen. Das Ergebnis zeigte deutlich: Anwendungsfälle und Materialien waren wichtiger als Marken oder Formate.
- Die Navigation wurde um eine Anwendungsfall-Ebene ergänzt
- Marken wurden in Filteroptionen verschoben, nicht in die Hauptnavigation
- Suchvorschläge wurden mit häufigen Nutzerbegriffen ergänzt
Was dieser Fall zeigt
Navigationsprobleme entstehen selten durch schlechtes Design im handwerklichen Sinne. Häufiger entsteht Verwirrung, wenn die Struktur der Plattform die interne Sichtweise widerspiegelt statt die des Nutzers. Card Sorting ist ein einfaches Mittel, diesen Unterschied sichtbar zu machen.